Inhalt
- Das Wichtigste in Kürze
- Inhalt
- MORANE und MORANE‑2 im Vergleich
- Warum FRMCS ein gemeinsames Testprogramm braucht
- Ziele und Eckdaten von MORANE‑2
- Beteiligte Organisationen
- Technik und Testumgebungen
- Projektstand und Zeitplan
- Bedeutung für Bahnen und Hersteller
- Grenzen der bisherigen Nachweise
- Häufige Fragen
- Fazit
Kurzantwort
MORANE steht für Mobile Radio for Railway Networks in Europe. Das ursprüngliche europäische Projekt unterstützte die Entwicklung und Erprobung von GSM-R. Sein Nachfolger MORANE-2 prüft heute Spezifikationen und das Zusammenspiel von Komponenten für FRMCS – das zukünftige Bahnkommunikationssystem auf Basis von 5G und Mission-Critical-Diensten.
MORANE steht für Mobile Radio for Railway Networks in Europe. Das ursprüngliche europäische Projekt unterstützte die Entwicklung und Erprobung von GSM‑R. Sein Nachfolger MORANE‑2 prüft heute Spezifikationen und das Zusammenspiel von Komponenten für FRMCS – das zukünftige Bahnkommunikationssystem auf Basis von 5G und Mission-Critical-Diensten. [1][2]
Dieser Beitrag richtet sich an Entscheider, Projektverantwortliche und technische Fachleute im Bahnsektor. Er erklärt die Verbindung zwischen MORANE und MORANE‑2, den Aufbau des Testprogramms und dessen Bedeutung für die Einführung von FRMCS.
Das Wichtigste in Kürze
- MORANE‑2 ist ein europäisches Erprobungs- und Validierungsprojekt, kein eigener Funkstandard.
- Das Projekt soll Erkenntnisse für FRMCS V3 liefern, auch als FRMCS 1st Edition bezeichnet.
- Vorgesehen sind drei Laborumgebungen und fünf Feldteststrecken.
- Der offizielle Projektzeitraum reicht von Dezember 2024 bis September 2027.
- Eine erfolgreiche Projektdemonstration ist von der Einsatzreife eines vollständigen Bahnsystems zu unterscheiden. [2][3]
Inhalt
- MORANE und MORANE‑2 im Vergleich
- Warum FRMCS ein gemeinsames Testprogramm braucht
- Ziele und Eckdaten von MORANE‑2
- Beteiligte Organisationen
- Technik und Testumgebungen
- Projektstand und Zeitplan
- Bedeutung für Bahnen und Hersteller
- Grenzen der bisherigen Nachweise
- Häufige Fragen
- Quellen
MORANE und MORANE‑2 im Vergleich
Das ursprüngliche MORANE-Projekt
Die Geschichte beginnt mit den Anforderungen der Eisenbahnen an ein grenzüberschreitendes digitales Funksystem. Im EIRENE-Projekt beschrieb die UIC gemeinsam mit weiteren Beteiligten die betrieblichen Anforderungen. Dazu gehörten Kommunikationsfunktionen, die auch zwischen benachbarten Bahnnetzen funktionieren sollten.
MORANE ergänzte diese Anforderungsarbeit durch technische Spezifikation und praktische Validierung. Nach einer europäischen Ausschreibung von 1995 erhielt ein Konsortium aus Bahnen, GSM-Lieferanten und Laboren 1996 das Projekt. Testumgebungen in Frankreich, Deutschland und Italien unterstützten die Erprobung der GSM‑R-Spezifikationen. [1]
MORANE‑2 für die nächste Generation des Bahnfunks
MORANE‑2 greift den Ansatz auf: Anforderungen müssen sich im Zusammenspiel realer Implementierungen bewähren. Der technische Gegenstand ist diesmal FRMCS, das Future Railway Mobile Communication System. [3]
| Aspekt | MORANE | MORANE‑2 | |---|---|---| | Bezugssystem | GSM‑R | FRMCS | | Historischer Kontext | Entwicklung des digitalen Bahnfunks in den 1990er-Jahren | Vorbereitung des GSM‑R-Nachfolgers | | Kernaufgabe | Technische Umsetzung und Validierung der Anforderungen | Systematische Prüfung und Weiterentwicklung der FRMCS-Spezifikationen | | Erprobung | Testumgebungen in Frankreich, Deutschland und Italien | Labore und Feldtests in mehreren europäischen Ländern |
Quellen: UIC zur Geschichte von MORANE und offizielle MORANE‑2-Projektziele. [1][3]
FRMCS bezeichnet das Kommunikationssystem. MORANE‑2 bezeichnet ein Projekt, das dessen Spezifikationen und technische Umsetzung validieren soll.
Warum FRMCS ein gemeinsames Testprogramm braucht
FRMCS soll GSM‑R ablösen und gleichzeitig zusätzliche Möglichkeiten für die Digitalisierung des Bahnbetriebs schaffen. Die UIC nennt zwei wesentliche Treiber: die absehbare technologische Obsoleszenz von GSM‑R und den zunehmenden Bedarf an Datenkommunikation. Das betrifft Funktechnik, Fahrzeugausrüstung, Leitstellen und Anwendungen. [4]
Ein neues Kommunikationssystem muss beispielsweise mit Zugbeeinflussung, betrieblicher Sprache und automatisierten Betriebsfunktionen zusammenarbeiten. Komponenten kommen dabei von unterschiedlichen Herstellern. MORANE‑2 soll das Zusammenwirken unter realistischen Bedingungen untersuchen und erkannte Lücken an die Spezifikationsarbeit zurückmelden. [3]
Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Zug nutzt Bordtechnik von Anbieter A, ein Netz von Anbieter B und eine Leitstellenanwendung von Anbieter C. Alle drei können dieselbe Spezifikation umsetzen. Erst ein gemeinsamer Test zeigt, ob ihr Zusammenspiel im geprüften Szenario tatsächlich funktioniert.
Dieses Beispiel illustriert die Aufgabe, ist aber kein Bericht über eine bestimmte MORANE‑2-Testkonfiguration.
Ziele und Eckdaten von MORANE‑2
Das offizielle Projekt heisst FP2‑MORANE‑2. Es baut auf früheren FRMCS-Arbeiten auf, darunter dem Prototypenprojekt 5GRAIL und FRMCS-bezogenen Aktivitäten von R2DATO. Die Ergebnisse sollen die Weiterentwicklung von V2 und V3-Zielanforderungen zu einer implementierbaren ersten FRMCS-Edition unterstützen. [2]
| Eckpunkt | Offizielle Angabe | |---|---| | Koordination | International Union of Railways, UIC | | Beginn | 1. Dezember 2024 | | Geplantes Ende | 30. September 2027 | | Dauer | 34 Monate | | Förderrahmen | Horizon Europe mit Europe's Rail JU und SNS JU | | EU-Förderbeitrag | 13'499'875,24 Euro | | Grant Agreement | 101196125 |
Quelle: Europäische Kommission, CORDIS. Der Betrag ist dort als EU-Förderbeitrag ausgewiesen. Gesamtprojektkosten werden im betreffenden CORDIS-Feld nicht angegeben. [2]
Der Anspruch geht über das Finden von Softwarefehlern hinaus. Erkenntnisse können auch zeigen, dass eine Schnittstelle genauer beschrieben, eine Anforderung ergänzt oder ein Ablauf überarbeitet werden muss. Das angestrebte Ergebnis ist deshalb sowohl ein belastbareres Spezifikationspaket als auch ein reiferes herstellerübergreifendes Produktumfeld. [3]
Beteiligte Organisationen
MORANE‑2 verbindet Bahnunternehmen, Infrastrukturbetreiber, Telekommunikations- und Bahntechnikhersteller sowie öffentliche Mobilfunkbetreiber. Die UIC koordiniert das Projekt; UNIFE repräsentiert die europäische Bahnzulieferindustrie. Die gemeinsame öffentliche Projektkommunikation nennt folgende Organisationen. [5]
| Gruppe | Genannte Organisationen | |---|---| | Verbände | UIC und UNIFE | | Bahnen und Infrastrukturbetreiber | ADIF, Banedanmark, Bane NOR, Deutsche Bahn, Infrabel, Network Rail, ProRail, RFI, SBB, Trafikverket und Väylävirasto | | Industrie | Alstom, CAF, Ericsson, Eviden, Frequentis, Funkwerk, Hitachi Rail GTS, Kontron, Nokia, RideOnTrack, Siemens, Teltronic und VIAVI Solutions | | Öffentliche Mobilfunkbetreiber | KPN und Telia |
Die SBB ist als assoziierter Partner beteiligt. Sie zählt nicht zu den Betreibern der fünf ausgewiesenen Feldteststrecken. [6]
Eine Mitgliedschaft ist zunächst ein Beleg für Beteiligung. Welche Systeme ein Unternehmen liefert, welche Tests es verantwortet und welche Ergebnisse vorliegen, muss zusätzlich anhand konkreter Projekt- oder Herstellerinformationen geprüft werden.
Technik und Testumgebungen
Welche Anwendungen betrachtet werden
Zur Mitte des Projekts nennt das Konsortium insbesondere Sprache, den Railway Emergency Call als Eisenbahnnotruf, das Zugbeeinflussungssystem ETCS, Automatic Train Operation beziehungsweise ATO sowie Zugsteuerungs- und Überwachungssysteme, TCMS.
Dafür werden unter anderem Führerstandsfunkgeräte, Dispatching-Systeme, 5G-Netze, Mission-Critical-Komponenten und Funktionen für die Zusammenarbeit mit GSM‑R integriert. Laut Projektmeldung vom Juli 2026 basiert der erste einheitliche Satz von Systemtestfällen auf FRMCS V2.2. Er umfasst Bord- und Streckensysteme sowie deren Schnittstellen. [7]
Die Nennung einer Anwendung bedeutet noch nicht, dass jede denkbare Ausprägung oder jeder Automatisierungsgrad vollständig nachgewiesen ist. Für technische Entscheidungen bleiben der konkrete Testumfang und die zugrunde liegende Spezifikationsversion entscheidend.
Warum die Migrationsfunktionen besonders wichtig sind
Während einer Migration müssen alte und neue Kommunikationswelten zusammenpassen. Eine Interworking Function, kurz IWF, dient dabei als Vermittlungsfunktion zwischen GSM‑R und FRMCS. Mission-Critical-Dienste werden häufig unter MCX zusammengefasst; dazu gehören MCPTT für Sprache, MCData für Daten und MCVideo für Video.
Als konkretes Herstellerbeispiel beschreibt Eviden seinen Projektbeitrag mit MCX-Server, IWF und Dispatching-System. Diese Herstellerinformation belegt den angekündigten Lieferumfang, nicht die vollständige Validierung aller genannten Dienste. [8]
Für die betriebliche Bewertung ist daher auch relevant, ob die benötigte Kommunikation mit der bestehenden Betriebsumgebung im jeweiligen Migrationsszenario erhalten bleibt.
Drei Labore als Integrationsstufe
Die Laborumgebungen werden von Ericsson, Nokia und Kontron betrieben. Dort werden die Systeme zusammengeführt, bevor sie unter Feldbedingungen geprüft werden. Das Projekt verfolgt damit einen gestuften Ansatz aus Laborintegration und anschliessender Erprobung auf Bahnstrecken. [9]
Ein greifbares Beispiel liefert RideOnTrack: Der Hersteller meldet einen erfolgreichen Test der TS-Controller-Schnittstelle im Ericsson-Labor gegen einen Kontron-FRMCS-Server. Über diese Schnittstelle binden sich Controller- und Dispatching-Anwendungen an FRMCS an. Nach Herstellerangabe kamen Ericsson Core und RAN zum Einsatz. [10]
Der Nachweis ist für die beschriebene Kombination relevant. Er darf nicht auf beliebige Versionen, weitere Schnittstellen oder die Einsatzreife des gesamten Produkts übertragen werden.
Fünf Feldteststrecken mit unterschiedlichen Schwerpunkten
| Testumgebung | Veröffentlichter Schwerpunkt | |---|---| | Spanien, ADIF, konventionelle Strecke | Grundfunktionen, Performance und Übergänge zwischen n100 bei 900 MHz und n101 bei 1900 MHz | | Spanien, ADIF, Hochgeschwindigkeitsstrecke | Funktion und Performance bei bis zu 300 km/h | | Deutschland, Deutsche Bahn | Grenzübergangsszenarien sowie GSM‑R/FRMCS-Interworking für Sprache und Netzübergänge für Daten | | Niederlande, ProRail mit KPN | Multipath und hybride Konnektivität mit öffentlichem Mobilfunk | | Schweden, Trafikverket mit Telia | Grundfunktionen, Performance und MOCN-Konstellationen zur gemeinsamen Nutzung des Funkzugangsnetzes |
Quelle: Technischer Fachbeitrag von DB-Autoren. Die Tabelle beschreibt geplante Testschwerpunkte, nicht bereits vollständig bestandene Versuche. [6]
Die unterschiedlichen Umgebungen ergänzen sich: Ein Hochgeschwindigkeitstest beantwortet andere Fragen als die Untersuchung öffentlicher Mobilfunknetze oder des Zusammenspiels mit GSM‑R.
Projektstand und Zeitplan
Was bisher öffentlich berichtet wurde
Für die Berichtsperiode vom 1. Dezember 2024 bis 31. Dezember 2025 nennt CORDIS die Definition des Testumfangs, eine erste Testspezifikation und eine Labor-Systemarchitektur. Ausserdem berichtet die Zusammenfassung über erfolgreiche Systemintegration in repräsentativen Laborumgebungen. Sie enthält jedoch keine vollständigen Messreihen oder Pass/Fail-Listen. [11]
Die Projektmeldungen vom Juli 2026 beschreiben den Übergang in die umfassende Integrations- und Labortestphase. Parallel werden die Feldumgebungen vorbereitet; operative Tests auf den Bahnstrecken werden ab 2027 angekündigt. [7][12]
Im September 2026 beschreibt Ericsson die Validierung von FRMCS-Konnektivität, GSM‑R-Interworking und herstellerübergreifender Interoperabilität in den drei Laboren weiterhin als laufende Aktivität vor den Feldtests. [13]
Was für 2027 vorgesehen ist
Der offizielle Projektabschluss ist auf September 2027 terminiert. Die Projektbroschüre führt darüber hinaus einzelne Zieltermine für Labor- und Feldtests sowie den abschliessenden Feldtestbericht auf. Solche Roadmaps sind Planungsstände: Sie belegen nicht von sich aus, dass ein Meilenstein erreicht wurde. [2][14]
Auch die Fertigstellung der FRMCS-Spezifikationen, deren regulatorische Berücksichtigung und ein nationaler Rollout sind unterschiedliche Vorgänge. Die UIC entwickelt die FRMCS-Anforderungen und Schnittstellenspezifikationen; ETSI ergänzt technische Spezifikationen. MORANE‑2 liefert dafür praktische Erkenntnisse. [4]
Die ERA-Stellungnahme von 2024 gehört zum damaligen Stand der FRMCS-V2-Bewertung; daraus lässt sich jedoch keine eigenständige Bestätigung des aktuellen MORANE‑2-Zeitplans ableiten. Für Entscheidungen sind deshalb die aktuellen Projektdaten von CORDIS massgeblich. Ältere Präsentationen mit einem früheren MORANE‑2-Enddatum bilden den dort ausgewiesenen Projektzeitraum nicht mehr ab. [2][15]
Bedeutung für Bahnen und Hersteller
Die folgende Einordnung beschreibt, wie sich die veröffentlichten Projektziele praktisch nutzen lassen. Sie ist keine Zusage über spätere Beschaffungen oder Produkte.
Für Infrastrukturbetreiber
MORANE‑2 kann helfen, Architekturentscheidungen und Migrationsannahmen gegen praktische Erfahrungen zu prüfen. Besonders relevant sind die Übergänge zwischen Netzbereichen, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Lieferanten und der Umgang mit der bestehenden GSM‑R-Infrastruktur.
Für eine spätere Beschaffung ist entscheidend, welche Anforderungen mit welcher Systemkombination nachgewiesen wurden. Die Beteiligung eines Anbieters am Projekt ist dafür ein Ausgangspunkt, aber noch kein vollständiger Nachweis.
Für Eisenbahnverkehrsunternehmen und Fahrzeugverantwortliche
Bordausrüstung muss zur Infrastruktur passen, auf der die Fahrzeuge verkehren sollen. Relevant sind deshalb unterstützte Schnittstellen, Softwarestände, Kommunikationsdienste und Migrationskonfigurationen.
Ein erfolgreicher Versuch in einer bestimmten Umgebung ist wertvoll, ersetzt aber nicht die Prüfung, ob die dortigen Bedingungen den vorgesehenen eigenen Einsatz abdecken.
Für Leitstellen und betriebliche Kommunikation
Bei Leitstellen geht es um durchgängige Arbeitsabläufe. Eine neue Funktechnologie soll nicht dazu führen, dass betriebliche Kommunikation zwischen Leitstelle, Fahrzeugen und Personal an Systemgrenzen scheitert.
Deshalb verdienen Controller-Schnittstellen, Notrufabläufe und GSM‑R-Interworking besondere Aufmerksamkeit. Technische Nachweise sollten immer mit den tatsächlich benötigten betrieblichen Szenarien abgeglichen werden.
Für Hersteller und Integratoren
Gemeinsame Tests schaffen die Gelegenheit, unterschiedliche Auslegungen einer Spezifikation früh zu erkennen. Daraus können Anpassungen an Produkten, Integrationsverfahren und Dokumentation entstehen.
Der stärkste Nachweis ist eine nachvollziehbare Kette: Anforderung, Testfall, geprüfte Konfiguration, Ergebnis und verbleibende Einschränkung. Eine allgemeine Aussage wie „FRMCS-ready" enthält diese Informationen noch nicht.
Grenzen der bisherigen Nachweise
MORANE‑2 verfolgt ein umfassendes Validierungsziel. Daraus darf jedoch kein pauschales Gütesiegel für alle beteiligten Produkte abgeleitet werden.
| Aussage | Was daraus nicht automatisch folgt | |---|---| | Ein Unternehmen ist Projektpartner | Alle seine Produkte erfüllen den vollständigen FRMCS-Umfang | | Eine Schnittstelle wurde erfolgreich getestet | Das gesamte End-to-End-System ist einsatzbereit | | Zwei Komponenten sind interoperabel | Jede Version und jede weitere Kombination funktioniert ebenfalls | | Eine Roadmap nennt ein Abschlussdatum | Der betreffende Meilenstein wurde bereits erreicht | | Eine Anwendung ist im Testprogramm genannt | Alle Varianten und Betriebsfälle dieser Anwendung sind validiert |
Diese Abgrenzungen sind ein redaktioneller Bewertungsrahmen. Die ausgewerteten öffentlichen Quellen enthalten zum Recherchestand keine vollständige konsolidierte Ergebnisliste für alle Testfälle und Herstellerkombinationen.
Checkliste zum Bewerten neuer MORANE‑2-Meldungen
- Quelle: Stammt die Meldung vom Konsortium, einem Gremium oder einem einzelnen Hersteller?
- Datum: Wann fand der beschriebene Test statt, und wann wurde darüber berichtet?
- Umfang: Welche Funktion oder Schnittstelle wurde tatsächlich geprüft?
- Konfiguration: Welche Hersteller, Produkte und Softwareversionen waren beteiligt?
- Nachweis: Gibt es einen Bericht, Messwerte oder nur eine zusammenfassende Aussage?
- Grenzen: Welche Szenarien, Einschränkungen und offenen Punkte sind genannt?
- Übertragbarkeit: Entspricht der Test dem vorgesehenen eigenen Anwendungsfall?
Die Checkliste hilft, technische Fortschritte einzuordnen, ohne einzelne Meldungen zu überinterpretieren.
Häufige Fragen
Was bedeutet MORANE?
MORANE steht für Mobile Radio for Railway Networks in Europe. Das ursprüngliche Projekt unterstützte die technische Entwicklung und Erprobung von GSM‑R. MORANE‑2 knüpft an diesen Ansatz an und richtet die Validierung auf FRMCS aus. Die beiden Projekte gehören zu unterschiedlichen Generationen der Bahnkommunikation. [1][3]
Ist MORANE‑2 dasselbe wie FRMCS?
Nein. FRMCS ist das zukünftige Bahnkommunikationssystem. MORANE‑2 ist ein zeitlich begrenztes europäisches Projekt, das dessen Spezifikationen und technische Umsetzung erprobt. Es soll Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Anforderungen und für ein interoperables Umfeld aus Lösungen verschiedener Hersteller liefern. [3]
Ersetzt MORANE‑2 GSM‑R?
Nicht unmittelbar. Der vorgesehene Nachfolger von GSM‑R ist FRMCS. MORANE‑2 unterstützt dessen Vorbereitung durch Tests. Die Migration selbst erfordert separate Entscheidungen und Massnahmen bei Bahnen und Herstellern. Ein Projektabschluss ist daher nicht mit einer gleichzeitigen Umstellung aller europäischen Bahnnetze gleichzusetzen. [4]
Wann endet MORANE‑2?
CORDIS nennt den 30. September 2027 als offizielles Projektende. Der Start war am 1. Dezember 2024; daraus ergibt sich die angegebene Laufzeit von 34 Monaten. Das Enddatum ist ein Projekttermin und keine Garantie, dass zu diesem Zeitpunkt überall kommerzielle FRMCS-Systeme betrieben werden. [2]
Welche Rolle spielen öffentliche Mobilfunknetze?
KPN und Telia sind Projektpartner. In den Niederlanden wird unter anderem hybride Konnektivität untersucht; in Schweden gehören MOCN-Konstellationen zum veröffentlichten Testumfang. Daraus folgt nicht, dass gewöhnliche öffentliche Mobilfunkversorgung ohne weitere technische und betriebliche Vorkehrungen für sämtliche Bahnkommunikation ausreicht. [5][6]
Bedeutet ein erfolgreicher Test eine Produktzertifizierung?
Ein einzelner Test belegt zunächst ein Ergebnis für den dokumentierten Umfang und die geprüfte Konfiguration. Ohne zusätzliche Nachweise sollte er nicht als umfassende Zertifizierung oder allgemeine Einsatzfreigabe dargestellt werden. Für eine Beschaffung müssen insbesondere Anforderungen, Versionen, Schnittstellen und betriebliche Einsatzbedingungen zusammenpassen.
Fazit
MORANE‑2 verbindet die FRMCS-Spezifikationsarbeit mit der praktischen Erprobung. Das Projekt soll zeigen, wie Komponenten verschiedener Hersteller zusammenarbeiten und welche Anforderungen für eine belastbare erste FRMCS-Edition präzisiert werden müssen. [3]
Für die Einordnung des Fortschritts ist entscheidend, welche Funktionen unter welchen Bedingungen nachgewiesen wurden und welche Fragen offenbleiben.
Wer FRMCS plant oder bewertet, sollte neue MORANE‑2-Ergebnisse anhand dieser konkreten Nachweise verfolgen. So werden aus Projektmeldungen verwertbare Informationen für Architektur, Migration und Beschaffung.
Diese Seite zitieren
Was ist MORANE und welche Rolle spielt MORANE-2 für FRMCS?. FRMCS Atlas. /de/wissen/was-ist-morane-und-morane-2 (zuletzt geprüft am 2026-10-02).
Verwandte Themen
Quellen
- [1]UIC – Geschichte von EIRENE und MORANE — UIC · Archivkopie
- [2]CORDIS-Projektakte FP2-MORANE-2 — Europäische Kommission
- [3]Offizielle Projektziele — FP2 MORANE-2
- [4]FRMCS und Spezifikationsarbeit — UIC · Archivkopie
- [5]Projektankündigung und Konsortium — UIC und UNIFE · Archivkopie
- [6]MORANE-2 als Validierungsschritt für FRMCS Edition 1 — SIGNAL+DRAHT
- [7]Rail Goes 5G — FP2 MORANE-2
- [8]Eviden joins FP2 MORANE-2 consortium — Eviden
- [9]Projektstruktur — FP2 MORANE-2
- [10]First FP2 MORANE-2 test case — RideOnTrack
- [11]CORDIS-Fortschrittsbericht (Berichtsperiode 1.12.2024–31.12.2025; aktualisiert 25.5.2026) — Europäische Kommission
- [12]Mid-Term Conference report — FP2 MORANE-2
- [13]FP2 MORANE-2 and the path to FRMCS deployment — Railway Gazette International
- [14]MORANE-2 project brochure — FP2 MORANE-2
- [15]Technical Opinion on FRMCS V2 — ERA